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s. auch “Fasten im Kloster”, “Leben im Kloster”, Urlaub im Kloster
KLOSTER AUF ZEIT >> Angebote
Die Klöster erleben heute einen zwiespältigen Trend: auf der einen Seite leiden viele Gemeinschaften unter akutem
Nachwuchsmangel, viele Orden müssen sich auf Grund von Alterung einschränken oder schließen. Andererseits werden Klöster immer beliebter, was den touristischen Bereich angeht. Kloster auf
Zeit, Urlaub im Kloster, Fasten im Kloster oder Managerseminare werden sehr stark nachgefragt. Dabei sind die Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmer unterschiedlich. Wollen die einen für
ihren Urlaub lediglich ein angenehmes Ambiente, geht es den meisten bei einem Klosteraufenthalt auf Zeit um innere Einkehr, Stille, Meditation, Orientierung und um das Kennenlernen neuer Lebensformen.
Ein Leben im Kloster auf Zeit hat alte Tradition und wird auch in anderen Religionen als im
Christentum praktiziert. Schon immer versuchten Ordensleute, den „normalen“ Menschen auch die geistigen und geistlichen Aspekte des Lebens bewusst zu machen und näher zu bringen.
Kloster auf Zeit ist in Deutschland ein Begriff, der Anfang der sechziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts geprägt wurde. Dr. Gerhard Höper, ein weit gereister Mann aus der Wirtschaft, lernte auf seinen Geschäftsreisen in Asien den Brauch von Managern und Politikern kennen, sich vor
wichtigen Entscheidungen in ein Kloster auf Zeit zur Besinnung und Kontemplation zurückzuziehen oder in einem Kloster auf Zeit zu leben, um sich neu zu sammeln. Dr. Höper führte diesbezüglich
Gespräche mit der katholischen Kirche, um eine solche Praxis auch in Deutschland zu ermöglichen. Die Benediktiner der Abtei Niederaltaich waren die ersten, die Kurse „Kloster auf Zeit“ anboten.
Zunächst waren nur Männer zugelassen, später gab es auch für Frauen die Möglichkeit, Kloster auf Zeit zu buchen.
Ein Kurs „Kloster auf Zeit“ beginnt meistens an einem Samstag mit der Begrüßung im Kloster und
der Vorstellung der Teilnehmer. Jeder Klosterbewohner auf Zeit erhält einen schwarzen Chormantel, den er während des Klosteraufenthaltes zu den Gebetszeiten und während der
gemeinsamen Mahlzeiten mit den Mönchen tragen soll. Der Chormantel soll Hilfe geben, zur Ruhe und Stille zu finden. Er veranschaulicht auch die Verbundenheit der Kursteilnehmer mit der
Gemeinschaft der Mönche im Kloster. Während der Woche „Kloster auf Zeit“ finden verschiedene Vorträge und Seminare statt, die sich
mit dem Leben der Mönche, mit christlicher Spiritualität, mit der Heiligen Schrift, aber auch mit christlicher und fernöstlicher Meditation und geistig-geistlicher Unterweisung befassen.
Kloster auf Zeit heißt auch, Zeit zur Besinnung und zur Stille zu finden. Vor und nach den Vorträgen
und während der Mahlzeiten sollte Schweigen herrschen. Fernseher und Radio stehen nicht zur Verfügung. Ablenkungen aus der Welt außerhalb der Klostermauern sollten vermieden werden.
Das fällt den gestressten Klosterbrüdern auf Zeit oft sehr schwer. Deshalb gibt es Gesprächsrunden und Einzelgespräche, um Problemen zu begegnen und tiefgehende geistliche und persönliche
Fragen zu besprechen. Die Teilnehmer in den Seminaren „Kloster auf Zeit“ bieten ein breites Spektrum von 18 bis 80
Jahren und aus allen Schichten der Bevölkerung. Die meisten Teilnehmer entscheiden sich für eine Auszeit im Kloster in Zeiten biografischer Bruchstellen und Umbrüche: Übergang von Studium zum
Beruf, vom Beruf zum Ruhestand, in der Midlifecrisis, bei Trennungen und Schwierigkeiten in Partnerschaften.
Wie von Dr. Höper vor vielen Jahren angestrebt, pilgern heute auch in Mitteleuropa Manager und
Managerinnen, Politiker und Politikerinnen auf Zeit in Klöster, um sich Rat zu holen, um Kraft zu schöpfen und Identität zu finden.
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