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s. auch “Fasten im Kloster”, “Kloster auf Zeit”, “Auszeit im Kloster”
Leben im Kloster
Das Leben im Kloster und die Lebensform christlicher Mönche und Nonnen wird als „monastisch“ bezeichnet (nach dem
griechischen Wort für Mönch „monachos“). Sie ist durch gemeinschaftliches und individuelles Gebet, Einkehr, Stille, Kontemplation und Abgeschiedenheit von der Welt, körperliche Arbeit, geistiges und
geistliches Studium und Gastfreundschaft gekennzeichnet. Typischerweise bindet sich der Mönch oder die Nonne ein Leben lang an das Leben im Kloster und in manchen Orden auch an das Kloster selbst.
Im Westen bestimmen die Regeln das Leben im Kloster. Monastische Orden, die klausuliert in Klöstern leben, sind die Benediktiner(innen), Zistersienser(innen), Trappist(inn)en, Karmelit(inn)en,
Klarissen und Kartäuser. Orden, die auch, aber nicht ausschließlich in Klöstern leben und kein streng monastisches Leben im Kloster führen, sind die Bettlerorden (Franziskaner) oder die
Regularkanoniker (Prämonstratenser).
Die Klöster in der östlichen Kirche sind wesentlich selbständiger als die Klöster in der östlichen Tradition. Sie
sind entweder in lockeren Verbänden organisiert oder sind ganz selbständig. Zugleich spielen sie für das religiöse Leben der orthodoxen Kirche eine ganz wesentliche Rolle. Das gesamte Führungspersonal
der östlichen Kirchen entstammt dem Mönchtum.
Wer sich entschließt, im Kloster zu leben, entscheidet sich für ein anderes Leben, als es in der „normalen“ Welt üblich ist. Der Wunsch, Gott nahe zu
sein und nach seinen eigenen Wurzeln zu leben, bedeutet auch eine Abkehr von vielen weltlichen Dingen. Besonders schwer fällt dabei, Freunde, Bekannte, Verwandte, Heimat und Beruf hinter sich zu lassen.
Heute spielt natürlich auch der Verzicht auf sexuelle Beziehungen und Familien eine besondere Rolle, die ein Leben im Kloster ausmacht. Andererseits stellen wir uns die Brüder und Schwestern in einem
allzu altmodischen Licht vor. Leben im Kloster bedeutet heute auch, mit der Zeit, der Technik und neuen Lebensformen zu gehen. Das Internet, moderne Auffassungen von Bildung, Lehre und Erziehung sind
heute bei den Klosterinsassen genauso selbstverständlich wie auch sportliche Betätigung und andere Freizeitaktivitäten. In manchen Orden allerdings herrschen auch noch strenge Regeln vor, etwa bei den
Karteusern.
Das Leben im Kloster wird heute nicht mehr gewählt, weil es eine gute materielle Alternative und Sicherheit bietet,
wie dies in früheren Zeiten der Fall war. Im Mittelalter wurden die Söhne und Töchter, die in Haus und Hof nicht gebraucht wurden und die zu einem Leben im Kloster taugten, dem Klosterleben anvertraut.
Sie wurden bereits frühzeitig hinter Klostermauern erzogen und kannten kein anderes Leben als das Klosterleben. Erst das Konzil von Trient verbot 1563 die Verschickung ins Kloster vor dem 16. Lebensjahr.
Für die zweiten, dritten und vierten Söhne, die nichts zu erben hatten, war das Leben im Kloster oft die einzige Möglichkeit, ein gesichertes Leben zu führen. Ebenfalls konnten nicht alle Töchter gut
verheiratet werden und schickten sich an, im Kloster zu leben und zu arbeiten.
Das Leben im Kloster beginnt mit dem Noviziat. Für zwölf Monate haben die Novizen die Möglichkeit, das Leben im
Kloster kennen zu lernen und zu erproben. Der Novizenmeister begleitet die Anwärter auf das Klosterleben während der Probezeit und prüft, ob der Anwärter auch entschlossen genug ist, in das Klosterleben
einzutreten. Scheint der Novize dem Konvent geeignet, beginnt der nächste Abschnitt des Klosterlebens, dem Profess.
Der Profess
ist das Bekenntnis des Kandidaten oder der Kandidatin, das zukünftige Leben im Kloster voll in den Dienst Gottes zu stellen und Gott und den Menschen zu dienen. Der angehende Mönch oder die angehende Nonne versprechen, die Ordensregeln im Kloster anzuerkennen. Bis zur Abschaffung 1973 rasierten sich die Mönche eine kahle Stelle auf dem Hinterkopf, die Tonsur. Heute ist dieses Klosterritual nicht mehr üblich.
Nach der Verpflichtung, das Leben im Kloster nach seinen Regeln zu achten und einzuhalten, beginnt eine dreijährige
bzw. fünfjährige Zeit im Kloster, die mehrmals um ein Jahr verlängert werden kann, die zeitliche Profess. Wenn sich der Kandidat entschließt, für immer in den Klosterorden einzutreten und wenn er
von den Klosterbrüdern angenommen wird, bedeutet das, ewige Profess, ein Leben zeitlebens im Kloster. Der Kandidat nimmt einen anderen Namen an und erhält die Ordenstracht. Das Mindestalter für
die ewige Profess, das Leben im Kloster, ist 21 Jahre.
s. auch “Fasten im Kloster”, “Kloster auf Zeit”, “Urlaub im Kloster”, “Auszeit im Kloster”
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