F?

Wie bereite ich die Gemüsebrühe zu?

A.

Gemüsefond als Grundfond

Zutat 1 Person Einheit
Zwiebeln 200 Gramm
Lauch 200 Gramm
Karotten 85 Gramm
Kartoffeln 120 Gramm
Sellerie 120 Gramm
Tomaten 85 Gramm
Fenchel 85 Gramm
Brokkolistiele 200 Gramm
Pertersielienwurzel 85 Gramm
Zucchini 120 Gramm
Bouquet garni:
Lorbeerblatt 0,7 Stück
Thymianzweige 0,7 Stück
Rosmarinzweige 0,3 Stück
Sachet d’épices:
Konblauchzehe 0,5 Stück
Gewürznelken 2,5 Stück
Pimentkörner 7 Stück
Pfefferkörner 7 Stück
Wasser 2,4 Liter

Mit diesem Gemüsefond werden dann die verschiedenen Gemüsebrühen gekocht:

Gemüsebrühe
Zutaten: (Menge für zwei Portionen bzw. für zwei Tage)
½ Liter Gemüsefond , 3 Kartoffeln, 1 Möhre, 120 g Knollensellerie, 60 g Lauch, 3 Tomaten, 100 g Blumenkohl, 20 g rote Linsen, 6 Pfefferkörner. 1 TL gekörnte Gemüsebrühe, frisch geriebene Muskatnuss, 1 TL gehackter Majoran, 1 TL gehackte Petersilie, 1 TL gehacktes Basilikum

Zubereitung:
Gemüse waschen und putzen, in kleine Würfel schneiden oder raspeln, kurz anrösten, Gemüsebfond dazugeben und zum Kochen bringen. 60 Minuten köcheln lassen und ca. 10 Minuten vor Fertigstellung würzen. Die Suppe vom Herd nehmen, 5 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb gießen. Bei Bedarf kann bis zu 20% des Gemüses in die Brühe pürriert werden

Selleriebrühe
Zutaten:
¼ Liter Gemüsefond , 75 g Sellerieknolle, etwas Lauch, ½ Karotte, 1 Kartoffel, Majoran, Oregano, ½ TL Gemüsebrühe, Muskatnuss, Petersilie,
Zubereitung:
wie Gemüsebrühe

Kürbisbrühe
Zutaten für 1 Portion:
1 Kartoffel, 1 Karotte, 300 g Kürbis (geschält), 1 TL Zitronensaft, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss, 1 TL gehackte Petersilie, 1-2 TL Gemüsebrühe, Hefeflocken.
Zubereitung:
Die Kartoffel, Karotte und Kürbis schälen, in kleine Würfel schneiden und in eine Topf geben. Wasser zugeben, bis das Gemüse über 1 cm bedeckt ist, zum Kochen bringen und ca. 60 Minuten weiter köcheln lassen. Zitronensaft, Pfeffer, Muskatnuss, Petersilie und Gemüsebrühe dazugeben und bei Bedarf mit Hefeflocken nachwürzen. Die Kürbissuppe vom Herd nehmen, etwa 5 Minuten ziehen lassen und durch ein feines Sieb gießen.

Fastenbrühe mit Tomatengeschmack
Zutaten: (für 3 Portionen)
2 mittlere Kartoffeln, 2 Karotten, ¼ Sellerieknolle, ¼ Stange Lauch, 3-4 Tomaten oder 1 Tasse Tomatensaft oder 1-2 TL Tomatenmark, ¼ Liter Wasser, 1-2 TL Gemüsebrühe, Hefeflocken, Muskatnuss, Majoran, Petersilie, Basilikum.
Zubereitung:
Kartoffeln, Karotten, Lauch und Knollensellerie putzen und schälen. Gemüse in kleine Würfel schneiden und in einen Topf geben. Wasser bis 1 cm über das Gemüse auffüllen, zum Kochen bringen und 60 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Die Brühe durch ein feines Sieb gießen. Die Hälfte der Brühe für die Mahlzeiten am 5. oder 6. Fastentag im Kühlschrank aufbewahren, den Rest mit Majoran, Basilikum, Petersilie und Muskatnuss würzen. 5 Minuten köcheln bzw. ziehen lassen.

F?

Wie bekämpfe ich den Hunger?

A.

Hungergefühle entstehen in den ersten Tagen. Bei geübten Fastern kann sich der Körper und Geist sehr schnell auf den neuen Stoffwechselprozess umstellen. Bei Fastenneulingen dauert die Umstellung bis zu drei Tagen. Der Umstellungsprozess kann durch die Einhaltung eines oder mehrerer Entlastungstage, durch regelmäßige Darmentleerungen und viel Trinken unterstützt werden.
Im weiteren Fastenverlauf stellen sich manchmal Gelüste und Appetit auf bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel ein, aber selten ein körperliches Hungergefühl. Fastenärzte berichten, dass sich nach sehr langem Fasten (über 40 Tage hinaus), wieder ein natürliches Hungergefühl einstellen kann, das das Ende der körperlichen Reserven signalisiert.

F?

Wer darf fasten und wer nicht?

A.

Wer fasten darf:
Fasten im Rahmen des hier vorgestellten Programms „Fasten für Gesunde“ darf grundsätzlich jeder gesunde Erwachsene.

Wer nicht fasten sollte:
Kinder und ältere Menschen (Erstfaster ab 65 Jahren) sowie Schwangere und Stillende sollten nicht fasten. Der Körper ist bei Kindern im Aufbau und die Zufuhr von Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen sollte während dieser Zeit nicht unterbrochen werden. Außerdem sind Kinder noch nicht fähig bzw. berechtigt, sich selbständig zum Fasten zu entscheiden. Bei Schwangeren und Stillenden können Giftstoffe, die beim Fasten abgebaut werden in die Blutbahn oder die Muttermilch gelangen und somit schädliche Folgen für das Kind zur Folge haben.
Weiterhin Personen, die unter Esssucht oder Bulimie leiden, bei Krebserkrankungen, bei chronischer Niereninsuffizienz, Tuberkulose-Patienten, Personen mit Herzproblemen, bei Leberfunktionsstörungen, Blutarmut, Diabetes und Suchtkrankheiten oder bei allgemeiner Ausgezehrtheit. Ebenfalls vom Fasten abzuraten ist für Menschen, die unter schwerer seelischer Belastung leiden, bei Neurosen oder Depressionen sowie nach einer schweren Erkrankung oder OP. Ein mit dem Fasten erfahrener Arzt ist immer dann zu konsultieren, wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden müssen.

Nicht jeder kann fasten
Natürlich gibt es auch Menschen, für die Fasten einfach nicht geeignet ist. Sie fühlen sich nicht wohl dabei, haben Angst oder leiden während des Fastens trotzdem an Hunger bzw. Appetit. Es ist wie mit allem: Nicht jeder kann alles machen, nichts ist für jeden geeignet. Solche „Nicht-Fasten-Typen“ sollten sich natürlich nicht zwingen. Es ist dann wie bei der Ernährung auch. Wer etwas nur deshalb isst, weil es gesund sein soll und es ihm überhaupt nicht schmeckt, der kann das nicht lange durchhalten. Dann ist der seelische Schaden, den man sich zufügt vielleicht größer als der versprochene körperliche Nutzen. Wenn man herausfinden will, ob einem das Fasten liegt oder nicht, muss man es jedoch erst einmal probieren.

F?

Kommt es zu Vitamin- und Mineralstoffmangel?

A.

Der Körper besitzt einen großen Speicher für Vitamine und Mineralien, für manche Stoffe bis zu Monaten und Jahren, für andere nur einige Tage (Vitamin C). Durch die Aufnahme von Fastengetränken wie Gemüse- und Fruchtsäfte, Mineralwasser, Tees, Honig und Gemüsebrühen werden Vitamine und Mineralien zugeführt. Außerdem reduziert der Körper seinen Umsatz während des Fastens. Es besteht also bei richtigem Fasten (bis zu 14 Tagen) und bei gesunder körperlicher Verfassung in der Regel kein Grund zu zusätzlicher Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen.

Allerdings kann die Aufnahme von basischen Valenzen nach neusten Erkenntnissen die Fettverbrennung fördern und die Übersäuerung, die sich beim Fasten einstellt, etwas auszugleichen.

F?

Kommt es beim Fasten zu Muskelabbau?

A.

Bei methodisch richtigem und zeitlich begrenztem Fasten nimmt die Leistungsfähigkeit der Muskulatur – auch der Herzmuskulatur – zu. Vor allem dann, wenn ein Bewegungsprogramm fastenbegleitend durchgeführt wird, wie das bei geführten Fastenwochen mit ausgebildeten Fastenleitern oder Fastenärzten der Fall ist.
Ein gewisser Eiweißabbau während des Fastens wird von den meisten Fastenärzten als therapeutische Maßnahme gesehen. Er bietet die Chance, den Eiweißpool zu erneuern. „Nach einer interessanten und weit verbreiteten Hypothese können zudem möglicherweise vorhandene pathologische Immunkomplexe oder Eiweißdepots im Bindegewebe abgebaut werden, die die Transportwege zwischen den Zellen verengen und damit die Mikrozirkulation verschlechtern können. Man kann dann im wahrsten Sinne des Wortes von Entschlackung sprechen. Diese Theorie muss durch wissenschaftliche Belege noch untermauert werden … Die neuesten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zeigen auf, daß Fasten außer bei Adipositas und Stoffwechselerkrankungen auch bei der Behandlung von Rheuma, Bronchialasthma, immunologischen Erkrankungen und Allergien wirksam sein kann. Die wissenschaftliche Bestätigung der therapeutischen Fastenwirkungen wird durch die Einführung von Lehrstühlen für Naturheilverfahren an den Universitäten in Zukunft sicherlich verstärkt werden. Wünschenswert ist zudem, daß mit den Adipositas-Spezialisten ein Konsens gefunden wird über Supplementierungen, Indikationen und Methodik des Fastens.“ (Wilhelmi de Toledo, Francoise, Fasten ist mehr als nichts essen)

F?

Kommt es beim Fasten zu Übersäuerung?

A.

Fastenazidose

Beim Fasten steigt die Übersäuerung zunächst an, weil Ketone (Azeton und Betahydroxybuttersäure) bei der Verbrennung von Fett und Eiweiß entstehen, die den Säurespiegel erhöhen. Solange genügend Oxalessigsäure für die Inganghaltung des Zitronensäurezyklus vorhanden ist, entsteht keine bedrohliche Azidose. Die im Heilfasten hinzugegebenen Obst- und Gemüsesäfte, Zitrone sowie, bei Bedarf, basischen Mineralsalze, stellen dies sicher. Sie erleichtern das Recycling all dieser sauren Zwischenprodukte wie Ketone, Fettsäuren, Milchsäure und schonen dadurch die Alkalireserve. Obwohl die stoffwechselbedingte Azidose durch die Nieren (renal) durchkompensiert wird, kommt der Kompensation durch Abatmen über die Lungen (pulmonal), die durch Bewegung gefördert wird, große Bedeutung zu. Während des Fastens mobilisiert der Organismus vermehrt Säure, die durch die Nieren aber auch über Haut und Lunge ausgeschieden wird.

Diese Säureentlastung ist ebenso ein sehr wichtiger Teil der therapeutischen Wirkung des Fastens, da eine Überlastung des Organismus mit Säuren aufgrund übermäßigen Eiweiß-, Süßigkeiten-, Kaffee- und Weißmehlkonsums eine wichtige Ursache für die Entstehung verschiedener Krankheiten darstellt. Die Deckung des Energiebedarfs wird im Fasten durch neurohormonal gesteuerte Umschaltprozesse auf eine äußerst sparsame innere Ernährung vollzogen. Die damit intensivierte innere Verdauung ist ein Teil jener regulativen Regenerationsprozesse, die sich in allen Zellen und im Zwischengewebe abspielen und zur Steigerung ihrer spezifischen Leistungsfähigkeit beitragen.

Bei Bedarf empfiehlt es sich, beim Fasten zusätzlich eine Basenmischung (z.B. nach Dr. Rauch oder Dr. Sander oder Fertigpräparate) zu nehmen.

Quelle: Surböck, Walter, www.gesundheiten.at

Säure-Basen-Gleichgewicht

Die These, dass ein Ungleichgewicht von Säuren und Basen im Körper Krankheiten verursache, wurde vermutlich zum ersten Mal von Francis de la Boe Sylvius im 17. Jahrhundert gemäß der Theorie der Körpersäfte aufgestellt. Er empfahl, die Patienten mit Säuren und mit Laugen zu behandeln. Anfang des 20. Jahrhunderts griffen auch Howard Hay und Franz Xaver Mayr diese Theorie auf. Mayer wird der Ausspruch zugeordnet: „die Säure ist das Zellgift schlechthin“. Populär wurde die Säure-Basen-Theorie vor allem durch den schwedischen Biochemiker Ragnar Berg, der den Säure- und Basengehalt in vielen Lebensmitteln durch Analysierung der Asche nach der Verbrennung ermittelte. Er setzte Kationen mit Basen und Anionen mit Säuren gleich. Berg formulierte daraufhin die Theorie vom Säureüberschuss im Körper, der schließlich sogar zum „Säuretod“ führen könne. Diese Theorie wurde von Bircher-Benner aufgegriffen: „Wächst der Säureüberschuss so hoch an, dass die Nahrungsbasen nicht mehr hinreichen (…) so gerät der Organismus nach und nach in Säurenot, bis sich schließlich die Acidose, ein Zustand lebensgefährlicher Säurevergiftung, einstellt.“ (Wikipedia, Säure-Basen-Gleichgewicht)

Der Säure-Basen-Haushalt wird durch ein raffiniertes Regulationssystem im Organismus gesteuert. Jede überschüssige Säure wird an eine Base gebunden und damit neutralisiert. Zur Neutralisierung verwendet der Körper hauptsächlich basische Mineralsalze wie Natrium, Kalium oder Magnesium, die er dem Gewebe entnimmt. Diese Mineralsalze befinden sich vor allem im organischen Gewebe, im Blut, in der Zellflüssigkeit und in den Knochen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass eine andauernde Übersäuerung zu einer Demineralisierung führen kann (http://www.basisch.de).

Basen und Säuren bemessen sich an den Mengen der positiven oder negativen abspaltbaren Wasserstoff-Ionen (H+ oder H- -Ionen). Treffen eine Säure und eine Base aufeinander, so entsteht ein Salz. Vermischen sich beispielsweise Salzsäure (HCl) und Natronlauge (NaOH), so entstehen Kochsalz (NaCl) und Wasser (H2O). Kochsalz bindet Wasser im Körper und beeinflusst so den Säure-Basen-Haushalt. Die Menge an Wasserstoff-(H)-Ionen, die in einer Lösung vorhanden sind, bestimmt deren pH-Wert auf der Skale zwischen 0 bis 14. Wasser hat einen pH-Wert von 7 und ist somit neutral. Überwiegen die H+ -Ionen, ist die Lösung sauer, überwiegen die H- -Ionen, ist Sie basisch. Der pH-Wert des Blutes ist leicht basisch und liegt zwischen 7,36 und 7,44. Der Normbereich dieses pH-Wertes lässt nur eine geringe Schwankung zu. Um den pH-Wert in diesem Normbereich zu halten, setzt der Körper verschiedene Puffersysteme ein. Der Wichtigste von ihnen ist der Bikarbonatpuffer. Bikarbonat fängt Protonen ab, während die Kohlensäure überschüssige Basen neutralisiert. Reichen die Puffersysteme nicht mehr aus, wird das Grundgewebe herangezogen. Welche Rolle das Bindegewebe bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes spielt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es wird jedoch beobachtet, dass die Beschaffenheit des Bindegewebes mit dem Anfall von sauren und basischen Verbindungen im Organismus variiert. Verschiedene Gefäßerkrankungen und rheumatische Beschwerden werden auf eine Störung des Bindegewebsstoffwechsels zurückgeführt (Leitzmann, 98).

Gemischte Kost führt grundsätzlich zu einer leichten Übersäuerung, die der Körper jedoch ausgleichen kann. Die Annahme der Pioniere des Säure-Basen-Gleichgewichtes wie Berg, Bircher-Benner, McCann und andere, Ammoniak sei eine gefährliche Stoffwechselschlacke, hat die Wissenschaft relativiert. Ammoniak entsteht grundsätzlich beim Abbau stickstoffhaltiger Substanzen. Die Schulmedizin argumentiert deshalb, dass die Kapazitäten der Nieren zur Ausscheidung von Protonen selbst bei einseitiger Ernährung nicht ausgeschöpft werden könne. Diese Annahme übersieht jedoch, dass der begrenzende Faktor nicht die Ausscheidungsfähigkeit der Nieren ist, sondern die Möglichkeit, Säuren aus dem Bindegewebe zu den Nieren abzutransportieren. Die Zusammensetzung der heutigen Nahrung hat jedoch mehr Säure bildende Elemente als das früher der Fall war. Der Konsum von Fleisch, Süßigkeiten und Milchprodukten wie Joghurt und Käse hat sich wesentlich erhöht.

Es sind jedoch nicht nur die eindeutig körperlichen Aspekte, die beim Thema Säure-Basen-Haushalt und „Übersäuerung“ eine Rolle spielen. Heute sind es voe allem auch die psychischen und seelischen Faktoren, die zu Unwohlsein, Blähungen, Verstopfungen, Magenbrennen und Darmentzündungen beitragen. Stress durch Zeitmangel, Überbelastung und Überforderung, Zukunftsängste und depressive Stimmung lassen uns „sauer“ werden. Alle Ansätze, die auf die nur auf die Umstellung der Ernährung und körperliche Aspekte zielen, greifen bei diesem Thema zu kurz. Auch hier zeigt sich das Fasten wieder als ganzheitlicher Ansatz, der sowohl physische, wie auch seelisch-geistige, Prozesse in Gang bringt und zur Umstellung beitragen kann.

 

F?

Sex beim Fasten?

A.

Beim Fasten bleibt man leistungsfähig – und das gilt auch fürs Bett. Allerdings ändert sich beim Fasten die Hormonkonzentrationen im Blut. Das kann unterschiedliche Auswirkungen auf die sexuelle Lust haben. Insbesondere bei Männern kann die sexuelle Lust nachlassen. Aber es wird auch von gesteigertem sexuellen Erleben berichtet. Kinderwünsche können durch die Fastenwirkung in Erfüllung gehen, weil die Empfängnisbereitschaft erhöht wird.

Vorsicht! Die Wirkung der „Pille“ ist beim Fasten eingeschränkt.

F?

Wann fasten?

A.

Die klassische Fastenzeit fällt aufs Frühjahr, im Christentum auf die Osterzeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag. In unseren Breiten assoziiert das Frühjahr
Aufbruch, Neuanfang und neue Kraft. In der Vergangenheit, als die Wintervorräte zur Neige gingen, musste sich der Körper auf längere Zeit ohne ausreichende Nahrung einstellen. Das war zwar kein freiwilliges Fasten, hatte jedoch rein physisch die gleichen Auswirkungen. Heute ist es eher umgekehrt – die meisten wollen den Winterspeck loswerden und entschlacken.
Umgekehrt ist es sinnvoll, vor der Winter- und Weihnachtszeit, die meist bewegungsärmer und kalorienreicher ist als die Sommerzeit, nochmals eine Schonungswoche einzulegen. Der Herbst eignet sich ideal zum Fasten, weil es weder zu kalt noch zu heiß ist, weil sich nach dem Sommerurlaub vielleicht schon langsam wieder der erste Stress einstellt, oder um sich auf den Winter vorzubereiten.
Früher war die Adventszeit Fastenzeit. Auch heute ist es sehr schön, in der Adventszeit eine Fastenwoche einzulegen. Es ist ein besonderes Gefühl, in der Zeit der Süßigkeiten, Plätzchen und des Glühweins eine Woche der Besinnung zu schieben. Nach dem Fasten erscheinen die Düfte und Verlockungen umso prächtiger und der Weihnachtsschmaus wird zu einem neuen Erlebnis. Winterliches Fasten erfordert viel Bewegung, warme Kleidung und ist für ständig fröstelnde Typen weniger geeignet. Wer zusätzlich Gewicht verlieren will, findet im Winter jedoch seinen Freund.

Im Sommer ist es günstig, sich zum Fasten in kühlere Gefilde zurückzuziehen. Sommerliches Fasten ist im Wald und beim Wandern angenehm, vor allem für diejenigen, die beim Fasten unter Frösteln leiden. Allerdings kann es bei hohen Temperaturen bei entsprechenden Anfälligkeiten zu Kreislaufproblemen kommen.

Für Menschen, die sich in ihren Entscheidungen vom Mond beeinflussen lassen, wird gerne der abnehmende Mond als günstige Fastenzeit angesehen. Für diese These gibt es keine eindeutigen Beweise. So schreibt Rüdiger Dahlke: „Wenn ich meine Fastenseminare und die eigenen Kurven während der letzten 25 Jahre betrachte, kann ich nicht feststellen, dass die abnehmende Mondphase solche Vorteile bietet, wie immer behauptet wird.“ (Dahlke, 2004)

Vor allem sollte man bereits fasten, solange man noch gesund ist. „Der so genannte Gesunde soll fasten! Sein jährliches ehrliches Fasten soll ihn vor Krankheit und Siechtum bewahren! Er soll nicht warten, bis die Vorboten des Todes kommen, die Krankheiten.“ Nach den Erfahrungen von Otto Buchinger fasten grübelnde, feinfühlige, ahnungsreiche und nachdenkliche Personen gerne im Frühling, die gründlichen Faster gerne im Sommer, Künstler und Dichter im Herbst und für die korpulenten Menschen ist der Winter die geeignete Jahreszeit. (Buchinger, 1967)

F?

Wie lange und wie oft fasten?

A.

Wie lange fasten?

Aus der Geschichte und auch aus der modernen Medizin wissen wir, dass ein gesunder Mensch nach ca. 40 Tagen fasten ein gewisse physische Grenze erreicht hat. Aber glücklicherweise lassen sich die positiven Effekte des Fastens bereits viel eher erreichen. Deshalb ist auch vor allzu ehrgeizigen und langen Fastenplänen zu warnen. Die normalen Fastenzeiten sollten, wie auch in der hier vorgestellten Fastenkur, sechs Tage nicht unter- und 14 Tage nicht überschreiten. Nur wenn Sie viel Erfahrung haben und eine gute psychische und physische Konstitution, können Sie länger fasten. Mit einer sorgfältigen Vorbereitungszeit und einer langen Nachbereitung ist man zwei bis drei Wochen „beschäftigt“. Wer abnehmen will, nutzt die reine Fastenzeit für die Umstellung und isst danach wenig, aber vollwertig. Das bringt mehr, als sehr lange zu fasten, weil der Körper so seinen Grundumsatz langsam wieder erhöhen kann. Wenn man sich nicht zu einem Fastenseminar oder zum Fastenwandern anmelden, sondern alleine fasten möchte, ist auch immer wichtig, die Fastentage so zu legen, dass man in dieser Zeit keine größeren Verpflichtungen (privat oder beruflich) erfüllen muss. Erfahrungsgemäß gibt es auch in der Fastenwoche einen Geburtstag, eine Feier oder ein Geschäftsessen etc. Diese Anlässe lassen sich einfacher mit Tee und Wasser überstehen, als man sich das normalerweise denkt. Außerhalb der „Hardcorezeit“, bei der Vorbereitung und Nachbereitung des Fastens, kann man sich schon einrichten und ist ja auch flexibel, was das Essen angeht.

Wie oft fasten?

Abnehmen ist von Natur aus unerwünscht. Da sich die Natur Jahrtausende lang anstrengen musste, dass sie ihre Schäfchen ausreichend ernähren kann, hat sie einen Mechanismus eingebaut, der hilft, Nahrung bestens zu verwerten. Unser Körper lernt sozusagen von Hungerphase zu Hungerphase besser, die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten und die Notzeiten zu überbrücken. Leider sind wir inzwischen so „perfekt“ geworden, dass sich diese „Intelligenz des Organismus“ bei den meisten Menschen in Form von Übergewicht auswirkt. Und wie die meisten wissen, helfen da auch alle Diäten nichts. Der vorherige Zustand wird wieder erreicht oder übertroffen. Udo Pollmer beschreibt es so: „Menschen können durchaus mit sehr wenig Nahrung auskommen und auf diese Weise deutlich an Gewicht verlieren. Allerdings behält der Körper diese optimierte Verwertungsstrategie für Nahrung in weiser Voraussicht auch dann noch bei, wenn die Not bzw. die Diät längst ein Ende hat und wieder mehr Kalorieneinnahmen verbucht werden. Weiß er denn, wann die nächste Missernte oder Hungersnot ins Haus steht?“ (Pollmer, 2005)
Erfahrungen zeigen jedoch, dass regelmäßiges Fasten zu Gewichtsverlust oder zur Beibehaltung des Gewichtes beitragen kann. Aus der Statistik der Fasten-Klinik Buchinger am Bodensee wurden die Daten von Patienten, die 10 Mal oder mehr gefastet hatten, untersucht. Dabei zeigte sich, dass der oben beschriebene Jo-Jo-Effekt nicht eingetreten ist: nach 10-maligem Fasten – etwa ein Mal pro Jahr wie die religiösen Traditionen es empfehlen – hatten 1/3 der Probanden weniger Gewicht als am Anfang des ersten Fastens, bei 1/3 der Probanden lag das Gewicht ungefähr bei dem Ausgangsgewicht und bei 1/3 konnte die Gewichtszunahme trotz des regelmäßigen Fastens nicht gestoppt werden, jedoch war die Gewichtszunahme nicht erheblich (Wilhelmi de Toledo, 1994).
Es ist deshalb nicht leicht, allgemeinverbindliche Regeln über die Fastenhäufigkeit herzuleiten. Ein- bis zwei Mal im Jahr zu fasten, ist sicherlich empfehlenswert. Wenn sich etwas Erfahrung eingestellt hat, spürt man, wann die Zeit dafür wieder reif ist. Häufigeres Fasten birgt hingegen die Gefahr, in den Jo-Jo-Effekt zu kommen, wenn man zur Gewichtszunahme neigt. Kurz und häufig fasten ist für jene geeignet, die an Gewicht zunehmen wollen.

F?

Warum fasten?

A.

Da unsere genetischen Codes “Dürreperioden”, in denen Nahrungsmangel herrscht, geradezu erwarten, sind wir darauf programmiert, die zugeführte Nahrung ausgiebig zu verwerten und abzuspeichern. Das war für unsere Vorfahren nicht nur sinnvoll, sondern überlebenswichtig, weil Sie ihr Auskommen nur durch harte körperliche Arbeit und bei günstigen klimatischen Bedingungen sichern konnten. Die genetischen Anlagen des Menschen sind immer noch die gleichen, aber die Lebensbedingungen haben sich drastisch verändert. Sättigung und Wohlstand sind heute ohne körperliche Anstrengungen möglich, dagegen hat sich der Stressfaktor erhöht. Wir sind mit unserer Entwicklung der Natur gewissermaßen voraus. Die Folge davon sind Übergewicht und viele bekannte Zivilisationskrankheiten, aber auch seelische Störungen und Depressionen. Regelmäßiges Fasten bringt unseren Körper wieder in Einklang mit der Natur und unterbricht die Spirale des “immer mehr”. Durch einen Trick des Organismus, den er sich für Notzeiten zugelegt hat, können wir auf die so genannte “innere Ernährung” umstellen. Die körpereigenen Stoffe werden verwertet, vor allem Fett, aber auch Eiweiß und unbeliebte Rückstände. Dabei baut der Körper immer zuerst die Stoffe ab, auf die er am besten verzichten kann. Deshalb spricht man beim Fasten auch von “innerer Reinigung”. Das Hungergefühl, für die meisten Menschen unvorstellbar, verschwindet nach 1-2 Tagen. Fasten bewirkt zusätzlich eine erhöhte Freisetzung des Glückshormons Serotonin im Gehirn. Beste Voraussetzungen, um sich körperlich und geistig fit zu fühlen. Fasten sensibiliSiert die Sinne und sorgt für eine bessere Körperwahrnehmung. Das erleichtert die Umstellung der Lebens- und Ernährungsweise und bildet die Grundlage dafür, dass man auch langfristig abnehmen oder sein Gewicht halten kann.

F?

Wo fasten?

A.

Fasten zu Hause, im Alltag, im Job

Sicherlich fühlen sich die meisten Menschen zu Hause am wohlsten. Die gewohnte Umgebung gibt Sicherheit, alles was gebraucht wird, ist schnell zur Hand und die unmittelbare Umgebung ist bestens bekannt. Aber zu Hause lauern eventuell auch die meisten Gefahren. Da ist die Familie und da sind die Nachbarn, die mit ihren wohlgemeinten Ratschlägen zumindest nerven, wenn nicht gar in große Zweifel hervorrufen können. „Das kannst Du doch nicht machen, Du wirst verhungern!“ – „Etwas essen musst Du schon, ich mache Dir was ganz leichtes!“ – „Neulich hab’ ich gelesen, dass…“ – oder ähnlich „gute“ Ratschläge werden Ihnen zuteil werden.
Außerdem müssen Sie darauf achten, dass Sie vorher den Kühlschrank räumen oder, wenn Sie nicht allein leben, die Küche in den ersten Tagen möglichst meiden sollten.
Aber wenn man sich zurückziehen kann und die Familie dem Unterfangen positiv und hilfreich gegenübersteht, ist zu Hause sicherlich ein guter Ort zum Fasten.

Fasten im Alltag und während der Arbeit ist vielleicht keine ideale Kombination, aber was ist schon ideal? Ich kenne Leute, die Fasten ganz klassisch mit einer Fasten-Wanderwoche beginnen wollten, dies das aber schon Jahre lang vor sich her schieben. Andere hingegen, die einfach mal im Alltag begannen, haben inzwischen bereits zum wiederholten Mal Urlaub und Fasten verbunden. Man kann also nur ermutigen, Fasten auch im Alltag zu praktizieren. Auch ich und einige meiner Freunde haben so angefangen. Aus den Erfahrungen lassen sich ein paar Regeln ableiten, die das Fasten im Alltag erleichtern:
Es ist sinnvoll, die Fastenwoche mindestens drei Monate vorher zu planen. Dieser Zeitraum ist erforderlich, die Fastenwoche von anstrengenden oder stressigen Terminen frei zu halten. In dieser Zeit sollte man auch nicht ständig unterwegs sein und viel Auto fahren müssen. Die unmittelbare Vorbereitungszeit beginnt zwei Wochen im Voraus. Dann ist genug Zeit, noch einmal verschiedene Dinge nachzulesen, alle benötigten Utensilien zu kaufen oder zu borgen und sich auf das Fasten einzustellen.
Versuchen Sie, bereits in der Woche vor dem eigentlichen Fasten weniger zu essen, zu rauchen und Alkohol zu trinken und die drei Tage Vorbereitungszeit mit dem Vorbereitungstag unbedingt einzuhalten. Legen Sie den Vorfastentag so, dass Sie danach das Wochenende für die Umstellung frei haben. Mein Tipp: einen Tag Urlaub nehmen und den Vorfastentag auf einen Donnerstag legen, dann haben Sie die schwierigen ersten drei Fastentage für sich (Freitag bis Sonntag). Am darauf folgenden Montag müsste es dann einfach sein, fünf Tage zu arbeiten und zu fasten, weil die Umstellung erfolgt und der Hunger normalerweise bereits verschwunden ist.

Bedenken Sie, dass das „Innentempo“ verändert sein kann und Belastungsgrenzen schneller erreicht werden können als sonst. Es ist sinnvoll, gedanklich noch einen Urlaubstag mehr einzuplanen und diesen dann auch zu nehmen, wenn es erforderlich wird. Für die meistens Tätigkeiten ist Fasten am Arbeitsplatz zu verbinden. Aber es gibt auch Berufe, für die Fasten während der Arbeit ausgeschlossen werden muss. Das Betrifft besonders Piloten, Fahrer (Bus, Bahn, Taxi etc.), Ärzte und Menschen, die verantwortungsvolle Kontrollfunktionen ausüben. Aber auch für alle diejenigen, die beruflich viel mit Essen zu tun haben, z. B. Beschäftigte in der Gastronomie wie Köche oder Kellner und ebenso bei schwerer körperlicher Arbeit, ist Fasten am Arbeitsplatz ungeeignet.

Fasten im Urlaub, Fasten in der Gruppe, Fastenwandern

Ideal ist es, sich zum Fasten Zeit zu nehmen und einen Teil des Urlaubs zu „opfern“. Das kann eventuell schwer fallen oder auch auf Unverständnis in der Familie stoßen. Aber warum sollte man sich nicht einmal fünf Tage Urlaub für sich selbst gönnen? Mal von zu Hause weg, alleine oder mit dem Partner oder der Partnerin gemeinsam mit anderen Fastenden in einer Gruppe sein. In einer Fastengruppe lernen Sie neue Menschen kennen und haben zusätzlich viel Bewegung und neue Erlebnisse. Wenn Sie das erste Mal fasten, kann eine geführte Fastenwoche sehr sinnvoll sein. Im Urlaub lassen sich die großen Chancen des Fastens im seelischen und spirituellen Bereich nutzen, weil dann mehr Zeit und Ruhe ist, um sich selbst näher zu kommen.

Weil Fasten eine große geistige Herausforderung, etwas Mut zu Neuem und Durchhaltevermögen bedeutet, ist es für viele Menschen hilfreich, in einer Gruppe zu fasten. Das hat den weiteren Vorteil, dass unter Führung von ausgebildeten Fastenleitern oder Ärzten das nötige Wissen und die Erfahrungen vorherrschen, um eine richtigen Ablauf der Fastenzeit zu gewährleisten. Auch heute noch wird das Fasten von den meisten Menschen skeptisch betrachtet und Sie werden als Außenseiter angesehen. Da tut es gut, Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsam diesen Weg zu gehen.
Fastengruppen haben den normalerweise den weiteren Vorteil, dass man sich gegenseitig positiv beeinflussen und seine Erfahrungen austauschen kann. In einer Gruppe können sich allerdings auch negative Stimmungen ausbreiten und die Oberhand gewinnen und bis zu „kollektiven Esssünden“ führen. Erfahrene Fastenleiter wissen solchen Phänomenen allerdings zu begegnen.
Inzwischen gibt es viele Angebote, eine Fastenwoche mit Urlaub und Erholung zu verbinden. Aktive Menschen werden auch beim Fasten nicht auf ihre Lieblingsaktivitäten verzichten wollen und sollten das auch nicht. Wer Fasten mit Abnehmen verbinden will, sollte sich viel bewegen. Das hilft, zusätzliche Kalorien zu verbrennen und ist gut für die Muskulatur. Es gibt Angebote, die Fasten mit Wandern (s.o. Fastenwandern), Rad fahren, Schwimmen, Tanzen, Segeln, Bergsteigen und anderen Aktivitäten verbinden. Wer mehr Ruhe haben will und die spirituelle Seite des Fasten in den Vordergrund stellen will, kann Fasten mit Meditieren oder Yoga buchen, in einem Kloster fasten oder Fasten als Wellnessurlaub verbringen.

Kliniken und Sanatorien

In Kliniken und Sanatorien wird vor allem das Heilfasten angeboten. Dort werden durch das Fasten Krankheiten geheilt, bei denen die klassische Schulmedizin oft auf gewisse Grenzen stößt. Heilfasten ist eine alte Heilmethode, die schon in der Antike bekannt und beliebt war. Von der Schulmedizin bisher fast völlig vernachlässigt und als nicht wissenschaftlich abgewiesen, kommt Heilfasten seit einigen Jahren wieder stärker in die Öffentlichkeit. Heute gibt es wieder mehr Mediziner, die dieser alten Naturheilmethode offen gegenübersteht. Heilfastenkuren werden auch teilweise von Krankenkassen übernommen. Im Anhang finden Sie eine Liste von Kliniken, die Fasten zu therapeutischen Zwecken anbieten.