Fasten und Autophagie

Fasten und Autophagie

Fasten fördert Selbstheilungsprozesse – Autophagie

Man hört im Zusammenhang mit Fasten oft den Begriff der Autophagie. Was genau ist Autophagie und warum ist sie wichtig?

Was ist Autophagie?

Autophagie bedeutet so viel wie sich selbst essen. Das klingt erst mal sehr widersinnig, ist aber ein sehr wichtiger physiologischer Prozess.




Wenn wir essen, stellt der Körper aus der Nahrung Moleküle her, die er für seine Funktion benötigt. Diese Moleküle haben jedoch nur eine gewisse Lebensdauer und müssen regelmäßig ersetzt werden. Solange neue Baustoffe zur Verfügung gestellt werden, werden sie von Körperzellen verwendet, um neue Substanzen herzustellen. Bei einem Versorgungsengpass besinnt sich der Körper jedoch darauf, alte Strukturen zu recyclen. Diese werden dann in ihre Bausteine zerlegt und für den Aufbau neuer Moleküle verwendet. Sie können sich das wie eine Art Frühjahrsputz vorstellen.

Außerdem konzentriert sich der Körper bei Nahrungsmangel eher auf Reparatur als auf Wachstum. Anstatt in neue Strukturen zu investieren, werden Fehler in Bestehenden behoben. Dadurch wird die Zelle resistenter gegen Stress[1].

Autophagie ist ein elementarer Vorgang, der für den Erhalt eines gesunden Organismus notwendig ist. Wichtig ist vor allem das Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbauprozessen, oder zwischen Reparatur und Wachstum. Bei Diabetespatienten beispielsweise ist der Prozess der Autophagie gestört[2]. Wissenschaftler vermuten, dass dies zu den gesundheitlichen Problemen bei Diabetes beiträgt.

Autophagie wird durch Fasten stimuliert

Im alltäglichen Tagesrhythmus findet Autophagie vor allem nachts statt, wenn wir schlafen und nichts essen. Die nächtliche Essenspause ist jedoch meist nicht besonders lang. Da die Autophagie erst beginnt, wenn die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen worden sind, ist die Nachtruhe oftmals nicht lang genug, um die Autophagie wirklich ins Rollen zu bringen.

Damit die Autophagie in relevantem Maße stattfinden kann, sind daher längere Essenspausen notwendig. Intervallfasten mit täglichen Pausen von 16-18 Stunden sind ein guter Anfang. So richtig kommt die Autophagie jedoch erst nach circa 30 Stunden in Fahrt. Deswegen sollten Sie mehrere Tage fasten, wenn Sie von der Autophagie profitieren möchten.


[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2832191/
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6123605/

Kommentare sind deaktiviert.