Fasten und Lebensdauer

Fasten und Lebensdauer

Ein längeres Leben durch Fasten?

Im Tierreich ist sehr gut untersucht, dass eine verminderte Kalorienaufnahme lebensverlängernd wirkt. Das scheint ein sehr universelles Phänomen zu sein, dass sich bei Fruchtfliegen, Mäusen, Affen und sogar der einzelligen Hefe beobachten lässt.

Die positiven Effekte der Autophagie

Der Mechanismus dahinter ist, dass Nahrung, insbesondere Zucker und Proteine, Wachstumsprozesse anregen. Wachstum ist überlebenswichtig, da die Zellen, aus denen unsere Organe und Gewebe aufgebaut sind, nur eine begrenzte Lebensdauer haben und regelmäßig erneuert werden müssen. Ständiges Wachstum ist jedoch problematisch, da der Körper sich auch zwischendurch regenerieren muss. Dabei werden alte Bausteine repariert oder abgebaut und recycelt. Dieser Selbstreinigungsprozess (auch Autophagie genannt) ist ebenso überlebenswichtig wie das Wachstum. Im Endeffekt kommt es auf die richtige Balance an.

In der Realität ist eine ständige Kalorienrestriktion nur schwer durchzuhalten, da es einfach sehr viel Willenskraft benötigt, um vor einem vollen Kühlschrank zu hungern. Glücklicherweise weiß man mittlerweile, dass regelmäßiges Fasten für einen kurzen Zeitraum einen ähnlichen positiven Effekt hat. Das wird selbst bei relativ kurzen Essenspausen, wie beim Intervallfasten beobachtet.

Beim Menschen ist es jedoch schwer zu untersuchen, inwiefern sich Fasten auf die Lebensdauer auswirkt. Dafür müsste man jahrzehntlange Studien durchführen, die nur sehr schwer zu realisieren sind.

Fasten senkt Risikofaktoren für chronische Krankheiten

In kürzeren, gut kontrollierten Studien lässt sich jedoch untersuchen, wie sich Fasten auf Risikofaktoren für häufig tödlich verlaufende Krankheiten, wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten, auswirkt. In einer Studie, geleitet von Prof. Valter Longo vom Longevity Institut in Los Angeles wurden die Teilnehmer zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe konnte unbegrenzt essen, die andere Gruppe wurde für fünf Tage im Monat über einen Zeitraum von drei Monaten auf eine sogenannte Fasten-imitierende Diät gesetzt. Diese Diät ist so kalorienarm (und sehr proteinarm), dass sie den Körper in einen Fasten-ähnlichen Zustand versetzt.

Nach drei Monaten hatte die Fastengruppe signifikant an Gewicht verloren, hatte einen niedrigeren Blutdruck, niedrigeren Nüchternblutzucker, bessere Blutfettwerte und Entzündungswerte. Auch wenn man daraus noch keine lebensverlängernde Wirkung ableiten kann, lassen sich durch das Fasten jedoch Risikofaktoren für lebensbedrohliche chronische Krankheiten senken.

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