Fasten und Zuckerstoffwechsel

Fasten und Zuckerstoffwechsel

So verbessern Sie mit Fasten Ihren Zuckerstoffwechsel

Mit jeder Mahlzeit, die Sie zu sich nehmen, steigt der Blutzucker an. Insulin senkt ihn daraufhin wieder, was ein normaler und natürlicher Prozess ist. Bestimmte Essgewohnheiten können diesen Vorgang jedoch in ungünstiger Weise beeinflussen und das Diabetesrisiko erhöhen.

Wie kommt es dazu?




Durch ständiges Essen tritt ein Gewöhnungseffekt ein

Unsere Nahrung enthält typischerweise Kohlenhydrate, die in Zucker abgebaut werden und den Blutzucker ansteigen lassen. Daraufhin setzt die Bauchspeicheldrüse Insulin frei, was die Aufnahme von Zucker aus dem Blut erleichtert[1]. Ein paar Stunden nach einer Mahlzeit kommt der Blutzucker wieder in den Normalbereich oder sinkt sogar etwas weiter ab.

Dieses Absinken des Blutzuckerspiegels wird oft als unangenehm empfunden und kann starke Hungergefühle auslösen. Das führt dazu, dass wir kurz darauf wieder etwas essen und der Zucker-Insulin-Kreislauf geht von vorne los. Dieser Zyklus beginnt meist mit dem Frühstück und endet erst mit dem Schlafengehen. Es gibt also nur wenige Stunden in der Nacht, in denen der Blutzucker und Insulinspiegel stabil im Normalbereich sind. Da wir in der Lage sind, Energie zu speichern, zehrt der Körper während dieser Zeit von den gespeicherten Reserven.

Das Problem ist, dass die ständige Insulinflut dazu führt, dass die Körperzellen nicht mehr so gut auf Insulin reagieren[2]. Die Bauchspeicheldrüse muss dann immer mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker trotzdem noch regulieren zu können. Wenn die Bauchspeicheldrüse diesem erhöhten Bedarf nicht mehr nachkommen kann, besteht eine akute Diabetesgefahr.

Dieser Gewöhnungseffekt, der als Reaktion auf ein Dauersignal auftritt, ist übrigens ein weit verbreitets biologisches Phänomen, das sich auch im Alltag häufig beobachten lässt. So kann zum Beispiel ein Säugling vom Geräusch einer zu Boden fallenden Stecknadel wach werden, aber andererseits bei gewohnten, wesentlich lauteren Umgebungsgeräuschen, wie den Stimmen der Eltern, tief und fest schlafen.

So ähnlich ist das mit Insulin und den Zellen auch. Genau wie der Säugling, der durch ein plötzliches Geräusch, aber nicht durch gewohnte Umgebungsgeräusche wach wird, reagieren Zellen nach einer längeren Insulinpause wieder besser auf Insulin und nehmen bereitwilliger Zucker aus dem Blut auf.

Fasten verbessert die Insulinsensitivität

Da alle Lebensmittel ein gewissen Einfluss auf den Insulinspiegel haben, sind Essenspausen notwendig, wenn Sie Ihren Körperzellen eine wirkliche Erholung gönnen möchten. Eine gute Möglichkeit bietet das Intervallfasten, wo Sie nur einem begrenzten täglichen Zeitfenster essen.

Wenn Sie zum Bespiel für 8 Stunden essen und dann 16 Stunden fasten, haben Sie die gewöhnliche nächtliche Fastenzeit von circa 8 Stunden bereits verdoppelt. Das ist ein vergleichsweise langer Zeitraum, nach dem der Körper bereits wieder besser auf Insulin reagiert. Insbesondere mit regelmäßigem Intervallfasten, also mehrmals pro Woche, können Sie Ihre Insulinsensitivität erhalten und Diabetes vorbeugen.


[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30067154

[2] https://insulinresistance.org/index.php/jir/article/view/18/25

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