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Das Konzept des Fastens/Heilfastens nach Dr. Otto Buchinger ist fest in der Medizin verankert, bezieht aber die spirituelle und menschliche Aspekte unmittelbar mit ein. Sieben Säulen tragen nach Buchinger das Fasten:

  1. Ruhe und Stille
  2. Bewegung
  3. die Förderung der Ausscheidungsvorgänge
  4. Hilfsmethoden (z.B. Massagen, Anwendungen)
  5. eine fachkompetente und warmherzige Betreuung
  6. Fastengetränke
  7. Nahrung für die Seele.

Dr. Otto Buchinger entwickelt seine Fastenmethode durch praktische Tätigkeit. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse beschrieb er in dem Buch „Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden“. Darin entwickelte er eine Fastenmethode, die auf ganzheitlichen Prinzipien basiert.

Lebensweg und persönliche Erfahrungen von Dr. Otto Buchinger

Otto Buchinger wurde am 16. Februar 1878 in Darmstadt geboren. Als Beamtensohn sollte er eine standesgemäße Juristenlaufbahn einschlagen. Ihn interessiert jedoch viel mehr die Medizin. Nach seinem Medizinstudium ging er als junger Arzt zur Marine. Dort erkrankte er 1917 an einer schweren „Blutvergiftung“ (Sepsis), von der er sich nicht mehr erholte. Die Krankheit mündete in eine unheilbare Gelenkkrankheit (chronisches Gelenkrheuma). Als Vollinvalide wurde er schließlich aus der Armee entlassen, weil seine Bewegungsfähigkeit sehr eingeschränkt war und Buchinger unter ständigen Schmerzen litt.

In seiner Not wandte sich Dr. Buchinger alternativen Medizinmethoden zu. Neben der Beschäftigung mit der Homöopathie und der ganzheitlichen Medizin entdeckte er auch das Heilfasten als mögliche Heilmethode. Er forschte über die Medizin und das Heilfasten in der Antike bei Hippokrates und im Mittelalter bei Paracelsus. Als überzeugter Christ verband er den Fastengedanken auch mit der Religion und erkannte dessen Bedeutung für Einkehr, Gebet, Verzicht und Entsagung.

Im Jahr 1919 begab sich Buchinger schließlich selbst zu einer Heilfastenkur nach Freiburg. Von Bekannten hatte er erfahren, dass dort ein gewisser Dr. Riedlin die alte Heilmethode des Heilfastens praktizierte. „Diese Kur von 19 Tagen rettete mir wahrhaftig Existenz und Leben. Ich war schwach, mager, aber ich konnte wieder alle Gelenke bewegen“ schrieb Buchinger später in seinen Lebenserinnerungen.

Es war der persönliche Leidensdruck und die Ausweglosigkeit der Behandlung durch die Schulmedizin, die Buchinger zum Fasten führte. Der ehemals Invalide war geheilt und bis zu seinem 88. Lebensjahr! wieder arbeitsfähig geworden. Diese persönlichen Erfahrungen, die sich in einer zweiten Fastenkur bei Dr. Möller in Dresden bestätigten, ermutigten Dr. Otto Buchinger, selbst bei seinen Patienten das Heilfasten anzuwenden.

Im Juli 1920 gründete er in Witzenhausen/Werra das „Kurheim Dr. Otto Buchinger“, das bereits 1935 in das „Bergschlösschen“ nach Bad Pyrmont umzog. Dort praktizierte er fortan die Heilpraktik des Fastens mit überwältigendem Erfolg. Seine Frau und sein Sohn Otto waren seine ersten und engsten Mitarbeiter. Die private Atmosphäre und der herzliche Umgang mit den Patienten wurden auch nach dem Ausbau der Klinik beibehalten. 1953 eröffnet Buchinger eine zweite Klinik am Bodensee. Zunächst dachte Buchinger nur an die stationäre Behandlung. Die Fastenzeit betrug mindestens drei Wochen. Später regte Buchinger jedoch auch das Fasten für Gesunde zu Prävention und Selbstheilung an.

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Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger stützt sich im Wesentlichen auf sieben Säulen:

1. Ruhe, Stille und Entspannung

Nach der Umstellung haben die Verdauungsorgane Urlaub und das vegetative Nervensystem bestimmt unseren Rhythmus. Beim Heilfasten sollen auch die äußeren Störfaktoren reduziert und der Weg nach innen frei gemacht werden. Dazu gehört es, in sich hinein zu spüren und die inneren körperlichen und geistig-seelischen Stimmungen abzuscannen. Es braucht Zeit, um die Wendung nach innen bewusst zu spüren. Gerade, wenn man aus einem hektischen und stressigen Alltag kommt. Die innere Einkehr stellt sich zu Anfang auch nicht während einer Woche ein. Aber die Impulse wirken noch lange nach. In unserem reizüberflutenden Leben muss man schon bis an die Grenze der Langweile gehen, um sich dessen bewusst zu werden.

 

Heilfasten im Kloster mit Yoga
Heilfasten im Kloster mit Yoga

2. Bewegung

Körperliche Aktivität beeinflusst alle Systeme des Menschen positiv. Die Durchblutung wird gefördert und angeregt und die Leistungsfähigkeit von Muskulatur und Herz-Kreislaufsystem erhöht. Beim Heilfasten verringert Bewegung den immobilitätsbedingten Eiweißverlust und trägt durch die verstärkte Säure-Abatmung zur Entschlackung bei. Die Fettverbrennung wird angeregt und damit wird auch der Gewichtsverlust befördert. Außerdem erzeugt Bewegung Wärme. Das ist beim Heilfasten sehr nützlich, da viele Menschen durch den Nahrungsverzicht frösteln. Insgesamt stärkt die Bewegung während des Fastens das Allgemeinwohl und das Selbstbewusstsein.

3. Förderung der Ausscheidung

“Detox“ –Entgiftung ist ein wichtiger Baustein des Fastens. Durch das Detox-Programm beim Fasten werden mögliche Infektionsherde (z.B. im Darm, Blinddarm oder den Nebenhöhlen) saniert, Ausscheidungsorgane (Darm, Leber, Galle Haut, Nieren, Lunge) stimuliert und Ausscheidungen im psychisch-seelischen Bereich (Ängste, Konflikte, emotionale Mängel) bewältigt. Um das Fasten zu beginnen, wird der Darm mit Glaubersalz gereinigt und während des Fastens werden die Ausscheidung aus dem Darm durch Einläufe unterstützt. Weitere Anwendungen während des Fastens können die Colon-Hydrotherapie, die Colon-Massage, Trockenbürsten oder Öleinreibungen sein.

4. Hilfsmethoden

Hilfsmethoden unterstützen den fastenden Menschen im Prozess der Ausscheidung und der inneren Einkehr. Je nach Fastenziel und persönlicher Krankheitsgeschichte kommen Massagen, Wasseranwendungen, Atemtherapie, Roeder-Methode oder die Phytotherapie zum Einsatz. Diese Methoden unterstützen den Körper.

5. Die kompetente und warmherzige Betreuung

Gerade Menschen, die zum ersten Mal fasten, benötigen eine fachkundige und liebevolle Betreuung. Denn Fasten setzt sowohl auf der körperlichen, als auch auf der psychischen Ebene Prozesse in Gang. Aus diesem Grund ist Neulingen das Fasten in einer Kliniken oder Fastengruppen unter Anleitung von Fastenärzten/Fastenärztinnen und Fastenleitern/Fastenleiterinnen wärmstens empfohlen. Denn die Betreuung während der gesamten Fastenzeit ist laut Dr. Buchinger eine wichtige Säule und kann maßgeblich zum Erfolg des Fastens beitragen. Ein kompetenter Betreuer weiß, wie es dem Fastenden geht, hilft Fastenkrisen zu überstehen und ist von Anfang bis Ende eine wichtige Säule.

6 Fastengetränke

Fasten bedeutet zwar Verzicht auf feste Nahrung, nicht aber auf Getränke. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist das A und O beim Fasten. Da der Körper beim Fasten entschlacken und entgiften soll, ist es sehr wichtig, ausreichend zu trinken. Zu den klassischen Fastengetränken gehören Wasser, Kräutertees, Gemüsebrühen sowie Obst- und Gemüsesäfte.

7 Nahrung für die Seele

Alles tun, was die Seele „baumeln“ lässt und die Zeit nutzen, um sich dem zu widmen, was einen freut (oder früher gefreut hat).

 

Der Erfolg des Heilfastens nach Dr. Buchinger war kein Selbstläufer. Auch Buchinger musste sich gegen erhebliche Widerstände aus der Ärzteschaft und der Politik durchsetzen. So wie heute, war auch in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Schulmedizin führend (und sicherlich auch der Einfluss der Pharmaindustrie bereits erheblich). Heilfasten bedeutet, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt und aktiviert werden. Der zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrung sowie auf Genussmittel fördert nach Buchinger die Ausscheidung. Er spricht von dem „inneren Arzt“, der beim Fasten den Körper durchforscht und in allen Körperpartien ansetzt, die Heilung benötigen.

Typisch für das Fasten ist es, dass während dieser Zeit das Augenmerk auf die Körperteile und Organe gelegt wird, bei denen es zu Hilfsmaßnahmen dieses „inneren Arztes“ kommt. Deshalb müssen auch temporäre Verschlechterungen eines bestimmten Krankheitszustandes in Kauf genommen werden. Besonders mit der Theorie, dass die Verbesserungen des Gesundheitszustandes beim Fasten auf die Entschlackungsprozesse im Körper zurückzuführen seien, handelte sich Buchinger die geballte Kritik der Ärzteschaft ein, die in diesem Punkt übrigens bis heute anhält.




Übersicht über die Fastenmethode nach Dr. Otto Buchinger

Einnahme ¼ Liter salzarme Gemüsebrühe, ¼ Liter Obst- oder Gemüsesaft,
1:1 verdünnt mit Wasser, 2 TL Honig, ca. 3 Liter Wasser und Tees
Energiezufuhr 200-300 kcal/Tag
Nährstoffzufuhr 2-3 g Eiweiß, 30-50 g Kohlenhydrate, 1-2 Zitronen (hält Harnsäure in Lösung),
860 mg Kalium, 30 mg Natrium, 150 mg Magnesium
Besonderheiten gründliche Darmreinigung vor Beginn und regelmäßige Einläufe während des Fastens, Mittagsruhe, heißfeuchte Leibauflage in der Lebergegend, gewollter Eiweißabbau als therapeutischer Effekt, ganzheitlicher Ansatz: Körper – Seele – Geist

Heilfasten nach Dr. Buchinger heute

Heilfasten zur Regeneration
Heilfasten zur Regeneration

Auch und gerade in der heutigen Zeit ist die Buchinger-Fastenmethode modern und aktuell. Im Zeitalter von Stress, Konsum, Industrie und Allergien braucht es Regeln zur Vermeidung und Heilung von Wohlstandskrankheiten, die auch ohne oder wenige Medikamente auskommen. Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen wird es in Zukunft mehr denn je erfordern, sich auf einfache, aber hilfreiche Heilungsmethoden und Präventionsmöglichkeiten zu besinnen. Aus dem stationären Heilfasten nach Buchinger wurden, vor allem von seinen Schülern, verschiedene Fastenpläne für das „Fasten für Gesunde“ entwickelt. Darauf stützt sich auch Dr. Hellmut Lützner, ehemals Leitender Arzt in der Buchinger-Klinik, der als Pionier für das Kurzfasten für Gesunde in Deutschland gilt. Heute entwickeln vor allem die Fastenärzte der ÄGHE (Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V.) um Dr. Francoise Wilhelmi de Toledo die Buchinger-Methode auf wissenschaftlicher und naturheilkundlicher Basis weiter.

Wissenschaftliche Grundlage und Forschungen

Heilfasten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
Heilfasten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen

Was heute wissenschaftlich belegbar ist, fand Buchinger durch seine Erfahrung mit tausenden Fastenpatienten heraus: Modifiziertes Fasten ist besser als totales Fasten. Neben Wasser und Tee werden in der Fastenkur auch Säfte, Honig und Gemüsebrühen verabreicht. Je nach Indikation subsumierte er noch individuell Zusätze (Magnesium, Mineralien etc.). Es handelt sich bei der Buchinger-Heilfastenmethode um eine „niederkalorische Trinkkur“, bei der der Körper alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe erhält. Insgesamt werden bis zu 300 kcal pro Tag zugeführt. Ärztlich ausgebildete Fastenleiter und Fastenleiterinnen (z.B. vom Berufsverband Fasten und Ernährung e.V. oder vom Verein für unabhängige Gesundheitsberatung, UGB, u.a.) bieten Fastenseminare, Fastenwandern und Fastenwochen mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf der Grundlage der Fastenmethode von Dr. Buchinger an.

Dr. Helmut Lützner – „Fasten für Gesunde“ – ein Leben für Gesundheit und Vitalität

Helmut Lützner hat die Deutsche Fastenakademie und die Ausbildung von Fastenleiter*innen begründet. Er hat frühzeitg erkannt, wie wichtig die Prävention durch Fasten ist und kann als Begründer des „Fastens für Gesunde“ gelten – Fastengruppen mit Anleitung durch zertifizierte Fastenleiter*innen. In diesem Interview mit seiner Tochter erklärt Helmut Lützner sein Leben:

https://www.youtube.com/watch?v=mTB2Ro47gfI&feature=youtu.be

Links

fastenzeit.com
managerfasten.de

bv-fasten-ernaehrung.de
aerztegesellschaftheilfasten.de

Literatur/Quellen

Wilhelmi de Toledo, Francoise, Buchinger Heilfasten. Die Original-Methode, Stuttgart, 2010
Lützner, Hellmut, Fasten und Ernährung, Norderstädt, 2009

Fotos: fotolia.de, Archiv