Intervallfasten und Kalorienrestriktion im direkten Vergleich

Intervallfasten und Kalorienrestriktion im direkten Vergleich

Dem Intervallfasten wird gegenüber einer kalorienreduzierten Diät viele Vorteile nachgesagt. Dadurch, dass der Essenzeitraum verkleinert wird, essen die meisten Leute automatisch weniger und es fällt ihnen leicht, abzunehmen. Es gibt jedoch wenig Studien, die diese beiden Ernährungsformen direkt miteinander vergleichen.

Intervallfasten und Kalorienrestriktion führten zu einer ähnlichen Gewichtabnahme

Eine Studie hat Intervallfasten und eine kalorienreduzierte Diät parallel analysiert. 110 fettleibige Probanden mit einem durchschnittlichen BMI von 34 wurden in drei Gruppen aufgeteilt. 1) eine Intervallfastengruppe, 2) eine Gruppe, die auf eine kalorienreduzierte Diät gesetzt wurde und 3) eine Kontrollgruppe.

Die Intervallfastengruppe hat jeden zweiten Tag gefastet. An Fastentagen waren die Teilnehmer dazu angehalten, nur 25% ihres Kalorienbedarfs zu sich zu nehmen. An Essenstagen sollten sie 125% ihres Kalorienbedarfs essen. Die Diätgruppe sollte jeden Tag 75% ihres Kalorienbedarfs zu sich nehmen. Die Kalorienaufnahme der beiden Gruppen war also vergleichbar. Nach 6 Monaten sollten die Teilnehmer nicht weiter abnehmen, aber versuchen, das Gewicht für weitere 6 Monate zu halten. Dazu hat die Intervallfastengruppe an Fastentagen 50% ihres Kalorienbedarfs zu sich genommen, an Essenstagen 150%. Die Diätgruppe war dazu angehalten, täglich 100% ihres Kalorienbedarfs zu essen.

Nach 12 Monaten hatten beide Gruppen an Gewicht verloren, es gab jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Es gab auch keinen signifikanten Unterschied im Blutdruck, in den Markern für den Fett– und Zuckerstoffwechsel und in den Entzündungsmarkern. HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin) war in der Intervallfastengruppe nach 6 Monaten höher, aber nicht mehr nach 12 Monaten. LDL-Cholesterin (das „schlechte“ Cholesterin) war in der Intervallfastengruppe nach 12 Monaten höher, aber nicht nach 6 Monaten.

Die gewählte Form des Intervallfastens ist schwer durchzuhalten

Laut dieser Studie macht Intervallfasten und Kalorienrestriktion hinsichtlich der Gewichtsabnahme und Risikomarkern keinen Unterschied. Das ist etwas verwunderlich, da es zahlreiche Studien gibt, die zeigen, dass Intervallfasten gerade für den Zucker- und Fettstoffwechsel vorteilhaft ist. Die meisten Studien sind jedoch von kurzer Dauer und es gibt nicht viele Studien, die diese beiden Ansätze direkt miteinander vergleichen.

Es muss erwähnt werden, dass die gewählte Form des Intervallfastens, bei der jeden zweiten Tag gegessen wird, am schwierigsten umzusetzen ist. Das hat sich auch in der Studie gezeigt, denn die Abbruchquote in der Intervallfastengruppe betrug 38%, verglichen mit 29% in der Diätgruppe. Andere Formen des Intervallfastens, wie zum Beispiel das 16:8 Fasten, fallen den meisten Leuten leichter. Selbst mehrtägiges Fasten ist leichter durchzuhalten, da nach wenigen Tagen der Hunger nachlässt. Wenn das Fasten jedoch nach einem Tag immer wieder unterbrochen wird, besteht keine Chance, diese Phase zu erreichen. Zudem hat die Intervallfastengruppe im zweiten Teil der Studie 50% des Kalorienbedarfs konsumiert. Das fällt eher in die Kategorie der Kalorienrestriktion als ins Fasten.

Die in der Studie gewählte Form des Fastens ist also nicht für andere Formen des Intervallfastens repräsentativ, was bei der Interpretation der Daten berücksichtigt werden sollte.

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