Sind kleine Mahlzeiten bei Diabetes zu empfehlen?

Sind kleine Mahlzeiten bei Diabetes zu empfehlen?

Zu viel zu essen und zu große Mahlzeiten werden allgemein als Ursache für Übergewicht angesehen. Als Lösung dafür wird empfohlen, kleinere Portionen zu essen. Auch für Diabetiker sollen kleine Mahlzeiten vorteilhaft sein, da sich durch sie der Blutzucker angeblich besser regulieren lässt.

Demgegenüber stehen zahlreiche Intervallfastenstudien, die suggerieren, dass kleine Mahlzeiten bei Diabetes nicht unbedingt zu empfehlen sind. Beim Intervallfasten werden in der Regel nur zwei Mahlzeiten gegessen und täglich für 16 bis 18 Stunden gefastet.

Nun ist Fasten bei Diabetikern etwas umstritten. Eine aktuelle Studie, die im renommierten Journal Diabetes Care erschienen ist, hat untersucht, ob sich bereits eine Reduktion auf 3 Mahlzeiten täglich bei Diabetespatienten positiv auswirkt.

Drei Mahlzeiten im Vergleich zu sechs Mahlzeiten

An der Studie nahmen 34 Probanden mit Diabetes Typ 2 (sogenanntes Altersdiabetes) teil. Die eine Hälfte hat täglich sechs Mahlzeiten zu sich genommen, die andere Hälfte drei. Bei der 3-Mahlzeitengruppe waren Frühstück und Mittagessen die größten Mahlzeiten (700 kcal, bzw. 600 kcal), das Abendessen bestand nur aus 200 kcal. Der Grund dafür ist, dass Nahrung in den frühen Tagesstunden besser verarbeitet werden kann. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, große Mahlzeiten in die erste Tageshälfte zu legen.

In der 6-Mahlzeitengruppe gab es drei Hauptmahlzeiten und drei Snacks. Die Hauptmahlzeiten hatten etwas mehr als doppelt so viel kcal wie die Snacks.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Kalorienaufnahme in beiden Gruppen identisch war (1500 kcal). Auch die Zusammensetzung der Makronährstoffe (Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate) unterschied sich nicht.

Nach 12 Wochen hat die 3 Mahlzeitengruppe im Durchschnitt 5,3 Kg an Gewicht verloren. Der Langzeitblutzuckerwert Hb1Ac sank um 1,2 % und der Nüchternblutzucker um 55 mg/dl. Gleichzeitig konnte die Insulindosis im Schnitt um 26 Einheiten reduziert werden. Das ist besonders erstaunlich, da Diabetes eine fortschreitende Krankheit ist. Folglich muss die Dosis normalerweise im Laufe der Zeit immer weiter erhöht werden.

In der 6-Mahlzeitengruppe sank der Nüchternblutzucker um 23 mg/dl, bei den anderen Parametern gab es keine signifikanten Änderungen.

Weniger Mahlzeiten sind von Vorteil

Die Ergebnisse der Studie bestätigen, was bereits Intervallfastenstudien gezeigt haben: größere Mahlzeiten und dafür längere Essenspausen wirken sich bei Diabetes positiv aus. Selbst die traditionelle Aufteilung in drei Hauptmahlzeiten, Frühstück, Mittag- und Abendessen, verbessert die Blutzuckerwerte.

Die Teilnehmer verloren auch deutlich an Gewicht. Dass eine Gewichtsabnahme bei Diabetikern förderlich ist, ist bekannt. Leider fällt es Diabetikern normalerweise sehr schwer abzunehmen. Im Gegenteil: sie nehmen im Laufe der Zeit immer weiter an Gewicht zu und gleichzeitig schreitet die Krankheit weiter voran. Dieser Effekt ist zumindest teilweise auf Insulin zurückzuführen, denn Insulin senkt nicht nur den Blutzucker, sondern ist auch ein Fettspeicherhormon. Die Teilnehmer der Studie konnten die Insulindosis jedoch senken. Eine Reduktion der Mahlzeiten scheint also den Teufelskreis einer immer weiter steigenden Insulindosis, die wiederum Gewichtszunahme begünstigt, zu durchbrechen.

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