Fasten hat viele Auswirkungen auf Körper, Geist und Psyche. Auch unser vegetatives Nervensystem, das viele unbewusste Vorgänge im Körper steuert kann durch Fasten beeinflusst werden und zwar auf positive Weise.

Was ist das vegetative Nervensystem?

Das vegetative Nervensystem besteht aus dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Es steuert lebenswichtige Vorgänge im menschlichen Körper, wie die Atmung, die Herzfrequenz, Anspannung und Entspannung, aber auch unser Sexualverlangen und den Fortpflanzungstrieb.

 

Vereinfacht gesagt, ist der Sympathikus der aktive Part, der uns antreibt und der Parasympathikus sorgt für Entspannung. Der Sympathikus ist immer dann aktiv, wenn es um etwas geht, wenn wir aufgeregt sind oder beim Sport Höchstleistungen erbringen. Er erhöht unsere Atemfrequenz, lässt unser Herz schneller schlagen, verengt die Pupillen und fährt die Verdauung herunter. Kurz gesagt, versetzt der Sympathikus uns in den Kampfmodus. Die Natur hat diese Funktion eingerichtet, da der Mensch vor Urzeit schnell in der Lage sein musste zu flüchten oder zu kämpfen. In der heutigen Zeit sind wir weniger elementaren Bedrohungen ausgesetzt, unser sympathisches Nervensystem läuft aber trotzdem (leider) auf Hochtouren. Setzt der Chef ein spontanes Meeting an, kommt eine Deadline immer näher oder haben wir eine Prüfung – immer ist der Sympathikus aktiv und versetzt unseren Körper in Stress.




Das parasympathische Nervensystem, das als Gegenspieler für Ausgleich und Entspannung sorgen soll, ist leider bei vielen Menschen wenig aktiv. Regeneration, Verdauung und wichtige Stoffwechselvorgänge leiden darunter – oft mit Spätfolgen. Dazu gehören Schlafstörungen, Probleme mit dem Magen und Darm oder auch depressive Verstimmungen.

Zusammenhang zwischen Fasten und dem vegetativen Nervensystem

Fasten ist gut für das vegetative Nervensystem. Denn es aktiviert den Parasympathikus. Durch den Verzicht auf Nahrung kommen im Stoffwechsel wichtige Prozesse, wie die Autophagie in Gange. Dabei erneuert sich der Körper quasi selbst. Das wirkt der Alterung entgegen und fördert die physische Gesundheit.

Durch die Essenspause haben sowohl Sympathikus als auch Parasympathikus wieder mehr Raum für ihre eigentlichen Aufgaben. Für den Parasympathikus gilt, wenn die Verdauungsarbeit wegfällt, ist Zeit für andere lebenswichtige Prozesse im menschlichen Körper. Durch die Aktivierung des Parasympathikus fallen zudem die Spiegel der Stresshormone im Blut ab. Adrenalin, Cortisal und Noradrenlin sinken und zwar auch dauerhaft. Das führt zu innerer Ruhe und Entspannung.[1]

Auch in Tierversuchen hat sich übrigens gezeigt, dass Fastenperioden mit einer erhöhten parasympathischen Aktivität einhergehen. Daraufhin fanden erste Studien mit Menschen statt. Hierbei fanden die Forscher heraus, dass der Ruhepuls bei den fastenden Probanden niedriger war, als bei den nicht-fastenden Teilnehmern. [2]


[1] https://www.carstens-stiftung.de/artikel/top-10-fasteneinstieg-leicht-gemacht.html

[2] https://doi.org/10.1026/1616-3443.34.2.95