Fastenwandern

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Erster Fasten-Marsch in Schweden

Als sich der schwedische Zahnarzt Lennart Edrén am 10. August 1954 zusammen mit elf Mitstreitern von Göteburg nach Stockholm ohne Verpflegung, nur mit Wasser ausgestattet, auf den Weg machte, ahnte er nicht, welche Bewegung er auslöste. 500 Kilometer wandern ohne Nahrung schien unmöglich zu sein.

Doch Lennart war von seiner Idee überzeugt und wollte beweisen, zu welchen Leistungen der Organismus beim Fasten in der Lage ist. Als Jugendlicher hatte er wegen seines zu hohen Milch- und Käsekonsums im Schulterbereich und im Gesicht Eiterbeulen, die ihm weder sein Vater als Arzt noch die besten Hautspezialisten in Stockholm entfernen konnten. Durch die Bekanntschaft mit dem Ehepaar Waerland wurde er zum Vegetarier, lernte das Fasten kennen und die Eitergeschwüre gingen weg.

Als Dankbarkeit wollte er dem Fasten mehr Anerkennung verschaffen. Im Selbstversuch trainierte er vorher in Stockholm und bereitet sich auch theoretisch auf das „Experiment“ Fastenwandern vor. Er bemerkte dabei, dass ihm die Bewegung beim Fasten gut tat. Vorher hatte er als Zahnarzt beim Fasten immer mit der Schwäche in den Beinen beim langen Stehen zu kämpfen.




Lennart Edren Fastenwandern

Der Begründer des Fastenwanderns - Lennart Edrén

Diese Erlebnisse brachte Lennart auf die Idee, mit einer Gruppe zusammen zu wandern und zu fasten. Die Presse begleitet den Fasten-Marsch zunächst skeptisch, ebenso wie viele Experten und Ärzte. Doch während des Laufes änderte sich die veröffentlichte Meinung. Am Ziel in Stockholm säumten 5000 Zuschauer den Triumphzug der Fastenden, die alle Vegetarier waren und jeweils zwischen 7 bis 10 Kilo Gewicht verloren hatten.

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Nur wenige Experten überraschte das Ergebnis des Fasten-Marsches nicht. So äußerte sich der Ernährungsexperte Dr. Ragnar Berg, dass er nicht verwundert sei über die guten Ergebnisse. Er fastete selbst mehrere Male und führte Fastenkuren durch, eine dauerte über 100 Tage. Er bezeichnete die schwedischen Fasten-Märsche als einen großen wissenschaftlichen Erfolg. (Airola 1971)

Zweiter Fasten-Marsch in Schweden

Zweiter Fasten-Marsch in Schweden

Zweiter Fasten-Marsch in Schweden

Der Marsch schien zunächst ein riesiger Erfolg für die Naturtherapie zu werden, doch letztlich nahm dieses Experiment keinen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Gesundheitswesens in Schweden. Deshalb entschied sich Lennart zehn Jahre später erneut, einen Marsch in Bewegung zu setzen, dieses Mal mit 19 Teilnehmern und unter wissenschaftlicher Begleitung. Diesmal tranken die Fastenden Saft und Gemüsebrühe und suplementierten Mineralien und Vitaminen (ähnlich wie nach der Methode Dr. Buchinger).

Im Gegensatz zur Wanderung 1954 wurden die Teilnehmer rund um die Uhr von dem Sporttherapeuten Björn Ekblom (später Professor) und Bengt Saltin von der Schwedischen Schule für Sport und Gesundheitswissenschaft begleitet. Doch trotz des Aufwandes und des positiven Ausganges auch dieses Fastenmarsches erreichte Lennart nicht sein Ziel, das Fastenwandern als Therapieform durchzusetzen. (Svenson)

Ausbreitung und Akzeptanz in ganz Europa

Die Idee blieb jedoch nicht nur in den Köpfen. Dr. Karl-Otto Aly, ehemals Chefarzt des Biologischen Sanatoriums Tallmogarden in Mittelschweden, berichtet von den Märschen für ein internationales Publikum und führte selbst Fastenwanderungen durch. Ihm folgten Roland Arnecksson, der fränkische Zahnarzt Dr. Willi Berger, der holländische Arzt Han Marie Stiekema und dann in Deutschland Christoph Michl. Erst in den 1980er Jahren nahm die Fastenwanderbewegung so richtig Fahrt auf.




Begründer des Fastenwanderns in Deutschland: Christoph Michl

Begründer des Fastenwanderns in Deutschland: Christoph Michl

Christoph Michl studierte Theologie und Lehramt und arbeitete 10 Jahre im Schuldienst. Krankheitsbedingt stellte er seine Ernährung zeitweise auf pflanzliche Rohkost um und stieß bei der Beschäftigung über gesunde Lebensweise auf das Büchlein „Heilendes Fasten“ von Werner Zimmermann. Michl fing nun an, selbst Fasten-Märsche zu organisieren und durchzuführen, gab seinen Lehrerberuf auf und widmete sich ganz dieser neuen Aufgabe.

1983 gab er das Buch „Fastenaktionen – Hungermärsche“ heraus, in dem er seine bisherigen Fasten-Erfahrungen und gesellschaftlichen Ideen vorstellte. Daraufhin wurde er zum Fernseh-Gesundheitsmagazin „Die Sprechstunde“ mit Frau Dr. Schäfer-Kühne­mann eingeladen und erlangte mehr Popularität.

Fastenwandern wurde zu einer Bewegung wird heute, vor allem von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus, weltweit angeboten. Es gibt keinen genauen Überblick, wie viel Kurse angeboten werden. Die Fastenwanderzentrale von Christoph Michl geht von über 200 Anbietern und jährlich 8000 Teilnehmer aus, wahrscheinlich liegt die Zahl inzwischen jedoch wesentlich höher. (Fasten-Wander-Verein)

Literatur/Quellennachweis

Airola, Paavo, Facts, Fads and Fallacies about Fasting, 1971, Fasten-Wander-Verein, http://www.fasten-wander-verein.de/
Longo, Valter u.a., Sci Transl Med.,, 7;4, S. 124-127, Fasting cycles retard growth of tumors and sensitize a range of cancer cell types to chemotherapy Svenson, Eskil, The Fasting marches – don't forget the historic triumfs, http://www.fribergvonsydow.se/ svensson_fastemarsch_transl.pdf)

Fotos: www.fotolia.com, Archiv



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